Neustadt

Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

 

 

zu 1.: Allgemein

Im Allgemeinen steht der Begriff "Neustadt" für einen Stadtteil außerhalb des alten Stadtzentrums, also der Altstadt. Außerdem ist "Neustadt" ein häufiger Ortsname und kommt darüber hinaus auch als Familienname vor.

 

 

zu 2.: Heute in Altena

Das Gebiet, das wir heute als Mühlendorf bezeichnen, wurde erst ab dem 19. Jahrhundert zu einem Wohngebiet, einer Neustadt, ausgebaut. Heute ist der Begriff "Neustadt" für diesen Bereich aus dem allgemeinen Sprachgebrauch der Altenaer verschwunden.

 

Die Neustadt ist die Heimat und namensgebend für den 2. Zug der Kompanie Mühlendorf.

 

 

zu 3.: Geschichte

Der Stadtteil Mühlendorf erstreckte sich ursprünglich von der Nettemündung bis zum "Silbersiepen" (heute: Feuerwache), und vom Nalshof bis zum Iserlohner Tor. Von hier führte lediglich der Pfad "Am Neuen Wege" (heute Iserlohner Straße) über das Gehegde steil bergauf nach Iserlohn.

Es begann mit dem Friedhof

Im Januar 1799 erfolgte eine Anweisung der Kriegs- und Domänenkammer Hamm, dass die Friedhöfe der Städte bzw. Ortschaften nach außerhalb zu verlegen sind. Im August 1803 wurde dies noch einmal dringend angemahnt.

In Altena war es sehr schwierig, einen geeigneten Platz für einen Friedhof zu finden, weil das jeweils vorgeschlagene Gelände immer entweder zu nass oder zu felsig war. Schließlich einigte man sich auf den „Figgeschen Kamp“ und nahm dort 1823 den (alten) Mühlendorfer Friedhof in Betrieb.

Dann zog die Baugesellschaft nach

Nicht weit davon entfernt errichtete die Altenaer Baugesellschaft zwischen 1803 und 1877 insgesamt 28 Häuser mit 56 Wohnungen an der Oberstraße, der heutigen Jahnstraße. Als diese Siedlung mit Wohnhäusern und Konsumläden gebaut wurde, bezeichnete man sie als Neustadt. Stück für Stück wurde die Siedlung weiter ausgebaut.

 

In dem Buch "Altena - Beiträge zur Heimat- und Landeskunde von 1988 schreibt Ulrich Barth dazu: "(...) Kurze Zeit später, als jene Häuser (Anm. d. Autors: Werdohler Straße 12-32) errichtet wurden, erbaute die Altenaer Baugesellschaft A.G. 1875-78 an der Gartenstraße 1-22 und an der Jahnstraße 14 kleinere Doppelwohnhäuser als spätklassizistische Putzbauten zu 2 und 3 Achsen unter Satteldächern mit weiten Dachüberständen. Dies ist zumindest in Westfalen eine der ältesten Anlagen des gemeinnützigen Wohnungsbaus. (...)"

Schließlich auch die Stadtverwaltung

Da die bisherige Schule am Beginn der Lennestraße zu klein wurde, suchte man neue Räume für den Unterricht. Schließlich fand man ein Grundstück "Auf dem Kampe". Im Jahre 1860 wurde dort die Linscheidschule (Linscheidstraße 46/48; heute Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) eingeweiht. Auch dieses Gebäude gelangte schnell an seine Kapazitätsgrenze.

 

Am 20. Juli 1929 wurde der Grundstein der Mühlendorfer Schule gelegt und am 19.07.1930 konnte das neue Schulgebäude mit großer Turnhalle feierlich bezogen werden. Zu dieser Zeit besuchten 330 Kinder die neue Mühlendorfer Schule.

Während des Zweiten Weltkrieges diente die Schule zunächst als Lazarett für Augenverletzte. Später wurden dort Ostflüchtlinge, Vertriebene und nach dem Kriegsende kurzfristig britische Besatzungstruppen untergebracht.

 

Als am 10. April 1946 der Unterricht wieder aufgenommen wurde, war die Schule zuvor mit erheblichem Aufwand renoviert und das für den Unterricht benötigte Material aus anderen Schulen herbei geschafft worden.

Bis zur Schulreform 1968 wurden an der Schule Schüler von der Einschulung bis zur Schulentlassung nach der neunten Klasse unterrichtet. Mit Wirkung vom 01.08.1968 wurde in der Mühlendorfschule eine der drei Altenaer Hauptschulen eingerichtet. Hier wurden nun in 11 Klassen 360 Schüler der Klassen 5-9 unterrichtet. Nachdem es schon 1985 in Altena Diskussionen über die Schließung einer Hauptschule gegeben hatte, kam Anfang 1987 die Entscheidung für das Aus für die Hauptschule im Mühlendorf. Geschlossen wurde sie letztlich zum 31.07.1990. Mit gleichen Datum wurde die "Grundschule Linscheid" und die "Grundschule Lennestein" an der Fritz-Thomee-Straße geschlossen. Die Grundschüler besuchten ab dem Schuljahr 1990/91 die "neue" Grundschule Mühlendorf.

Und noch einmal die Kirchen...

1956 wurde die evangelische Stadtteilkirche im Mühlendorf gebaut, die gleichzeitig als Friedhofskapelle genutzt wurde. 1987 wurde das daran angrenzende Gemeindezentrum errichtet.

 

Der Grundstein für die katholische St. Thomas Morus Kirche wurde am 25. Mai 1968 gelegt. Die Gemeinde hat das Gebäude im Jahre 2005 profaniert.

Damals bei Tante Emma

Im Sommer 2016 berichete Johannes Bonnekoh im Altenaer Kreisblatt in einer Artikelserie "Damals bei Tante Emma" über das Leben im Mühlendorf, bzw. Linscheider Bach und Neustadt,in den 1950-1970er Jahren. Den Artikel finden Sie im Schützenlexikon unter → "Mühlendorf".

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Christian Klimpel / 2020; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

 

Quellen:

- Archiv der FWG

- Wilhelm Simons; Altena und seine Schützen; 1967

- Stadtarchiv Stadt Altena

- Chronik der Stadt Altena

- Kreisarchiv MK

- Altenaer Kreisblatt

- www.wikipedia.de

- www.klimpelsjunge.jimdo.com

 

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