Jubelruf "Pott Jost"

Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

 

 

zu 1.: Allgemein

Nadine Hampel schreibt 2010 in ihrem Buch "Das Schützenfest als kultureller Sonderfall":

 

"Der traditionelle Jubelruf unter Schützen ist zumeist "Horrido", welches aus der Jägersprache stammt. Er wird ausgebracht, wenn sich jemand besonders verdient gemacht hat und dafür geehrt wird. Auf den Ausruf antworten die Anwesenden, also die Schützenbrüder, mit "Joho" und das Ganze erfolgt dreimal."

 

Nach Ansicht des Autors benutzen die meisten Schützenvereinen rund um Altena heute üblicherweise, den Ausruf "Horri-Do". Dabei ruft einer "Horri" und alle Umstehenden antworten ihm mit einem "Do" und das Gnaze erfolgt dreimal.

 

 

zu 2.: Heute in Altena

Und weiter schreibt Nadine Hampel:

 

"In Altena hingegen wird selbst beim Jubelruf noch dem Patron der Gesellschaft gedacht, denn hier ist es ein dreifaches Pott- Jost. Diese Rufe gelten als Trinkspruch, als Anfeuerung, als Dankeschön, wenn jemand sich berufen fühlte, ein paar Bier zu spendieren oder einfach als Zeichen für die Freude am Fest.

 

Die Kompanien unter sich nehmen als Alternative auch oft ihren eigenen Namen, ist es jedoch ein offizieller Anlass, an dem Mitglieder verschiedener Kompanien teilnehmen, ist der Pott-Jost Ruf gang und gäbe."

 

 

zu 3.: Geschichte

Heute kann sich niemand mehr erinnern, seit wann die Schützen mit einem dreifachen "Pott-Jost" jubeln und auch im Archiv der FWG lässt sich die Antwort darauf nicht finden.

Fest steht, dass in den Zeitungsartikeln bis 1985 stets schrieben stand, dass bei offiziellen Anlässen mit einem dreifachen „Hoch“ gejubelt wurde.

 

1985 berichtete die Zeitung erstmals davon, dass die Schützen der Kompanie Rahmede mit einem dreifachen „Pott-Jost“ jubelten.

 

Doch vermutlich geht der Jubelruf auf das Jahr 1970 zurück!

 

Es gibt Filmaufnahmen vom Schützenfest 1970. Dieser Film enthält u.a. die Ansprache von Schützenkönig Lebrecht Knipping am Schützenfestsamstag im Bungern

 

Die Ansprache endet mit folgendem Wortlaut:

 

"Stimmen Sie daher mit mir in den neuen Schlachtruf in Würdigung unseres Schutzpatrons Pott Jost ein. Es lebe unsere geliebte Vaterstadt Altena, es lebe die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft!"

 

Knipping: "Pott"

Alle: "Jost"

Knipping: "Pott"

Alle: "Jost"

Knipping: "Pott"

Alle: "Jost"

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Christian Klimpel / 2020; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

 

Quellen:

- Archiv der FWG

- Wilhelm Simons; Altena und seine Schützen; 1967

- Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010

- Westfälische Rundschau

- Altenaer Kreisblatt

- Schützenfest-Film 1970 von Friedrich Karl Baltruschat und Rainer Löffler

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